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Masaccio, die Perspektive und Europa
Ein Versuch über den Bilderrahmen
Leander Kaiser, 1988/2006
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„Im positiven Sinne der Zeit kann man daher sagen: nur die Gegenwart ist, das vor und nach ist nicht; aber die konkrete Gegenwart ist der Resultat der Vergangenheit und sie ist trächtig von der Zukunft. Die wahrhafte Gegenwart ist somit die Ewigkeit.“ (Hegel, Enzyklopädie § 259, Zusatz)

Ewigkeit ist Zeit, die alle Zeit in sich schließt. Sie ist aufgehobene Zeit, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie ist die Gegenwart von Vergangenheit und Zukunft. Die Gegenwart als diese Vermittlung ist die Ewigkeit. Ihre Darstellung ist, dass sie ihre Momente aus sich entlässt, zur Einheit zurückbringt und so fort: der zirkuläre Prozess oder der Reproduktionsprozess ist die Gegenwart als Ewigkeit. Sie ist dieser Ring, der die anderen Ringe in sich schließt.

Dass die wahrhafte Gegenwart die Ewigkeit ist, scheint mythisch, wenn Gegenwart nicht als zirkulärer Prozess gefasst wird, der die mythische Zeit im Bild aufhebt. Daher ist Ewigkeit die Zeit nur in der Objektivierung der Gegenwart für uns : der Begriff der Ewigkeit beschreibt eine religiös-ästhetische Erfahrung.

„Zu den zwei Welten, die das menschliche Wollen, Fühlen und Denken im Mittelalter beherrschten, zu der Welt des begrenzten Diesseits und des ewigen Jenseits, gesellte sich eine dritte, die der künstlerischen Konzeption.“ (Max Dvorak, zit. nach Abels S. 58)

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malerei als denken 1 / 2