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Gespräch Michael Ley und Leander Kaiser

Wien, 2004
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LK: Education sentimentale – Liebeserziehung – ist ein Roman von Flaubert. Flaubert war sicher für den Gebrauch der eigenen Sinne und eine selbständige Herzensbildung und hatte für Lebensrezepte und dergleichen nur Spott übrig. Sicher hätte er sich auch über die Psychoanalyse lustig gemacht, der ich doch etwas Bewußtheit verdanke.
Es ist die Darstellung von Situationen, die zum Teil sehr schmerzhaft sind, wo es um den Erwerb, den krisenhaften Erwerb emotionaler Einstellungen und intellektueller Errungenschaften geht, und das wird als eine Situation, die verschiedene Ausgänge bietet, dargestellt. Es handelt sich auch um eine Anamnese eigener Verletzungen. Belehren über richtiges Fühlen möchte ich niemanden – wie manche Künstler, die wollen, dass die Leute jetzt richtig fühlen, wenn sie ihre Bilder sehen oder ihre Gesänge hören. Ich möchte die Grenzen der Individuation nicht aufheben.

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