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begegnungen |
Die Bienen der Persephone oder: Calling all Fridas und ein wenig Honig Zur Entstehung der Bilder in Marrakesch – mein wildes Geschenk an Hildegard Stöger Veronika Seyr, Wien 2008 pages: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | download gesamter Text als .pdf |
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Das Wunder von Marrakesch sind die Farben: Kein Wald aus Orgelpfeifen in Marrakesch. Es kräht kein Hahn, keine Glocke ruft, nur fieberheißes Rauschen von Grillenliedern, die Goldammern trillern unbekannte Lieder, die rote Seide brennt und brennt heiß. Um fünf Uhr früh reißt das Allahu-Akhbar die Schläfer zum erstenmal aus dem Schlaf und bleibt als drohende Klage über uns hängen wie Gestirne im Himmel aus kreischenden Lautsprechern: Allah ist groß und es gibt nichts außer Allah, aus fünf Moscheen, die Mönchsgesänge zerpflügen die Gassen der Medina die ganze Nacht, unermüdlich wie unsichtbare Straßenkehrer. Im Hitzerachen des Platzes der Erhängten stürzen sich die Märchenerzähler, Schlangenbeschwörer und fingerfröhlichen Flötisten auf die fremde Schöne und legen sie in Ketten. Gut und Böse, Himmel und Hölle sind klar unterschieden, aber was jetzt? |
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