Alleine das Nähen, sie lässt dies Nähen, sie meint Kendeln und dann das Plissieren wird in Berlin gemacht – V. trägt BernsteinSchmuck, aus Russland, auf Ohren, Finger abgestimmt – dann hat sie die Idee oder den Entwurf noch nicht mitgerechnet, doch Honorare, wer zahlt uns, wir Künstler, hehr, das Produkt spiegelt – spiegelt sich wider in Messing gefasst und gehämmert.
Jeder SCHAL ein Unikat ein Unikat, Einzelstück wie ein Stück Schmuck, sagt H..
Jeder Schal um den Hals, wo das Atemzentrum im Nacken, das Mark in den Wirbeln umhüllt, wo das Herz der Carotis das Blut pumpt, wo Kehlkopf alle Stimmnuancen in Wärme oder Trauer, wo die Trachea und der Oesophagus so nah nebeneinander unser Leben für Nachschub, öffnen wir den Mund, beben die Nasenflügel, bekämen wir etwas in den „falschen Hals“ – jeder Schal lang oder kurz, auch als Kopfbund zu tragen, wunderschön an oder auf V., mich ließe es eher als Witwe erscheinen, wunderschön auch an H., auch das silberne Band im schwarzen Haar, das sie zur Hochzeit trug, nach 34 Jahren Partnerschaft, auch dies war ein Schal, Spiegel des Weißgold des Ringes, satiniert, trägt nicht auf, spürt ihn nicht, meint stört nicht die Finger zu gebrauchen, beim Malen oder Kosen – und ihr Profil markant hübsch, Ebenholz wie geschnitzt und Purpur der Mund der rote Mund; und das Material Geschmeide Georgette oder Seide, auch Twill, Bausch mit dünnem Gummigarn gerafft oder Musterstola in Bogen, schlicht und die Falten, die sind echt und für ewig und nicht onduliert; U., die SchalKünstlerin, hat glatte Haare und rot baumelt an ihren Ohren Koralle wie in der Luft; sie ist überrascht ob der Resonanz und tief beglückt und gibt es lässig weiter.
L. zeigt seinen Ring: er fühle sich nicht anders; I. tanzt Charleston mit ihrer Kollegin, sie hat von S. einen Schillervelourzweiteiler erstanden mit Mieder, sie tanzen ihn ein, alle klatschen dazu im Takt – nicht hinschauen, meint der Ehemann, dass einige bereits entheiratet seien – L. ist ein Gastgeber, der seine Altarflügel unter den Raumbögen weit geöffnet, seine Gäste zelebrieren lässt – Geschehen jenseits des Mainstreams – es gibt keinen Punsch, der gleich die Zähne verklebte – es gibt seine Bilder aus Marrakesch, wir hatten nur Papier- kurz hält man inne, es könnte eines von H.- wir nähern uns an, sagt H. (wo ist nur das Bild „Boot gestrandet, kein Wrack, das Heimat am Sand“?).
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