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Innsbrucker Gespräche
über Ästhetik
2009
Die Gegenwart der Perspektive
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Konstantin Kaiser, Wien
Die Produktion des Gliederfüßlers durch den Blick auf ihn
Eine Schlüsselszene Ernst Jüngers: ein Haufen marodierender Matrosen, dem ein Leutnant mit einer Maschinengewehrabteilung gegenüber steht. Der Leutnant - das Individuum, das sich entscheidet. Die Matrosen - irgendwelche, deren Eigenschaften, Stärken und Schwächen, zu studieren sind. Der Feuerbefehl gegen die Marodeure ist im Werk Jüngers ebenso undementiert in Kraft wie in Andreas Gurskys Versuchen, die Massen im Ornament zu bewältigen. Zwischen ihnen und ihrem Beobachter ist nichts Gemeinsames. Die Perspektive konstituiert unüberbrückbare Distanz.
Geb. 1947 in Innsbruck, studierter Philosoph und praktizierender Schriftsteller, Lektor, Kulturorganisator, ist Sekretär der der Literatur des Exils und des Widerstandes verpflichteten Theodor Kramer Gesellschaft in Wien. Ist u.a. Mitautor des Lexikons der österreichischen Exilliteratur (Wien 2000) und
Mitherausgeber der Zeitschrift Zwischenwelt, sowie der großen Exillyrik-Anthologie In welcher Sprache träumen Sie? (Wien 2007). Veröffentlichte zuletzt Ausgewählte Gedichte (2007) und einen Band gesammelter Schriften Ohnmacht und Empörung (2008).
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