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Innsbrucker Gespräche über Ästhetik 2009 Die Gegenwart der Perspektive |
Spätestens seit dem Kubismus, dem Expressionismus und der Abstraktion hat die Malerei der Moderne des 20. Jhdts. die Idee eines nach den Gesetzen der Linearperspektive aufgebauten einheitlichen Tiefenraums großteils verworfen. Gegen den Illusionsraum der Perspektive wurde das Gesetz der Fläche, der Flatness des zweidimensionalen Bildträgers gesetzt. Trotzdem ist die Perspektive in verschiedenen Formen erneut zur Trägerin bildnerischer Aussagen geworden, so in der Pittura metafisica (De Chirico), im Surrealismus (Dali), in der Neuen Sachlichkeit und erst recht in vielen Richtungen der Kunst seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, ganz zu schweigen von der Fotografie und dem Film, die Kraft ihres technischen Prinzips – der Camera obscura – automatisch und massenhaft perspektivische Bilder produzieren. Während die bildende Kunst also zum großen Teil vom exakten Gebrauch der perspektivischen Konstruktion abgerückt ist, ist gleichzeitig die Perspektive zu einer alltäglichen Bilderfahrung und zum Dokument trivialer Wahrnehmung geworden, auch in Kulturen, die dem künstlerischen Gebrauch der Perspektive bis heute nur wenig abgewinnen konnten. Die Forschung und die Literatur über die Wissenschaft der Perspektive für die Kultur und Wissenschaft der westlichen Welt (bzw. ihre Nicht-Folgen im größeren Rest der Welt) sind umfangreich. Das Symposium konzentriert sich auf die Darstellung einzelner künstlerischer Positionen der letzten Jahrzehnte, für die die Auseinandersetzung mit der Perspektive bedeutsam war und ist, in Form einzelner Referate. In der abschließenden Podiumsdiskussion soll der Frage nachgegangen werden, ob die Perspektive für den europäischen Bildbegriff seit der Renaissance bestimmend war, und wie weit das perspektivische Paradigma für den Bildbegriff der Moderne und Postmoderne auch noch in der Negation bestimmend geblieben ist.
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Freitag, 16. Oktober 2009 programm
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