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Warnung vor Wagner Georg Wagner, Spectrum, 3. Mai 2003 Copyright Die Presse | Wien pages: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | |
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Um Allgemeinplätze zu vermeiden, im Folgenden ein Beispiel zu dem Thema: Wagner, die linke Kultfigur. In seiner Autobiografie "Mein Leben" berichtet Wagner von seinen Gesprächen mit dem Junghegelianer und Freund August Röckel vor der Revolution von 1848: "Auf die Proudhonsche und anderer Sozialisten Lehre von der Vernichtung des Kapitals durch die unmittelbar produktive Arbeit baute Röckel eine ganz neue moralische Weltordnung auf, für welche er mich allmählich selbst insoweit gewann, daß ich nun wieder meinerseits die Realisierung meines Kunstideals aufzubauen begann. Diese und ähnliche mit wirklich schöner Emphase von Röckel mir eröffneten Andeutungen leiteten mich zu weiterem Nachdenken und meinem Sinne genehmer Ausbildung einer möglichen, meinem höchsten Kunst-Ideal gänzlich, ja einzig entsprechenden Gestaltung der menschlichen Gesellschaft an."Ebenso irrational, vage und unsystematisch sind Wagners Aussagen über andere Philosophen wie Kant, Feuerbach, Hegel oder Schopenhauer, aus denen er seine neuen konfusen Weltanschauungen destillierte.Eng mit dem philosophischen und weltanschaulichen Wirrwarr verbunden ist Wagners abstrakte Verwendung des Begriffes "Erlösung", der von individueller sexueller Befreiung des Mannes durch die dienende Frau der Zukunft bis zur Erlösung von der Knechtschaft kapitalistischer Ausbeutungssysteme durch "undeutsche" Juden geht.Das Giftgemisch aus Rassismus, Nationalismus und Antifeminismus wäre heute nicht mehr von historischer Bedeutung, wäre da nicht die verheerende Wirkung auf die deutsche und europäische Politik und Kultur, einschließlich Nationalsozialismus und Kommunismus. |
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